Mit der Taufe gehört ein Mensch zu Gott - und damit auch zur Gemeinschaft aller Christen. Bei der Tauffeier wird dem Täufling dreimal Wasser über den Kopf gegossen; dazu spricht der Pfarrer oder die Pfarrerin: "Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." Durch die Taufe ist der Täufling ganz eng mit Jesus Christus verbunden, der starb, aber von Gott ein neues, unzerstörbares Leben geschenkt bekam.
Für die Taufe gibt es in unserer Kirche keine Altersbeschränkung: Jeder und jede, der seinen Glauben an Jesus Christus bekennt, kann getauft werden. Aber natürlich können auch kleine Kinder, die ihren Glauben noch nicht selbst bekennen können, getauft werden - schließlich ist die Taufe ein Geschenk Gottes, für das es keine Vorbedingungen gibt. Die Kindertaufe macht deutlich: Gott geht den Lebensweg von Anfang an mit, und der Glaube an Gott wächst mit dem Menschen mit.
Eine wichtige Rolle spielen dabei die Patinnen bzw. Paten: Sie versprechen bei der Taufe, dem Kind dabei zu helfen, Gott kennen und lieben zu lernen und in die Gemeinde hineinzuwachsen. Wer als Jugendliche(r) oder Erwachsene(r) getauft wird, braucht keine Paten mehr: Ihnen wird zugetraut, ihren Weg mit Gott eigenverantwortlich zu finden und zu gehen.
Taufe in Lindenhardt
Sie möchten Ihr Kind in Lindenhardt taufen? Wie schön! Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen:
Wir suchen einen Termin – welche Möglichkeiten gibt es?
Grundsätzlich gibt es in der Kirchengemeinde Lindenhardt drei Möglichkeiten:
1. Taufe im Hauptgottesdienst: Die Taufe erfolgt im Rahmen eines „normalen“ Sonn-tagsgottesdienstes mit der Gemeinde. Das zeigt: Dieses Kind soll in der Gemeinde groß werden. Die Gemeinde ist für das Kind verantwortlich.
Für eine Taufe im Hauptgottesdienst eignen sich manche Sonntage besser als andere: Nicht an allen Sonntagen findet Gottesdienst in Lindenhardt statt, und manche Anlässe (etwa der Volkstrauertag oder der Ewigkeitssonntag) eignen sich aufgrund ihres Gepräges nicht für eine Taufe. Ostern oder der Sonntag nach Ostern hingegen sind typische Tauftermine – wie wäre es z.B. mit einer Taufe im stimmungsvollen Rahmen während der Osternacht?
2. Einen weiteren besonderer Rahmen für Taufen bietet das Tauffest an der Rotmainquelle, das seit einigen Jahren üblicherweise an einem Termin im Jahr stattfindet. Getauft werden dabei mehrere Täuflinge aus der ganzen Region, für den guten Ton sorgt z.B. ein Posaunenchor und eine Band. Fragen Sie für Termine einfach Pfr. Wagner!
3. Taufe an einem Extratermin: Es ist auch möglich, die Taufe in einem eigenen Gottes-dienst im kleinen Rahmen zu feiern. Dafür eignet sich üblicherweise ein Samstag oder ein Sonntagnachmittag. Auch am Sonntagvormittag ist eine Taufe prinzipiell möglich, wenn vormittags kein Gottesdienst stattfindet. Sprechen Sie am Besten Pfarrer Wagner an!
Wir würden die Taufe gerne am Kirchplatz feiern – ist das möglich?
Ja, wenn die Witterung es erlaubt, sind Taufen am Kirchplatz sowohl im Hauptgottesdienst als auch mit Extratermin möglich!
Gibt es vor der Taufe noch ein Treffen?
Ja, das sogenannte Taufgespräch findet üblicherweise ca. eine Woche vor der Taufe statt (oder auch früher). Pfr. Wagner kommt dafür zu Ihnen nach Hause.
Wer sollte alles beim Taufgespräch dabei sein?
Mindestens ein Elternteil bzw. eine sorgeberechtigte Person sollte beim Taufgespräch auf jeden Fall dabei sein. Wenn Paten und Patinnen dabei sein können, ist das eine schöne Sache! Als Pfarrer freue ich mich auch, wenn ich den Täufling schon einmal kennen ler-nen darf – wenn das Kind schon versteht, um was es geht, sollte es natürlich auf jeden Fall dabei sein!
Auch gegen weitere Personen beim Taufgespräch (Großeltern, Tanten/Onkel…) spricht grundsätzlich nichts.
Was wird beim Taufgespräch besprochen?
Das Taufgespräch dient zur Vorbereitung der Taufe. Einerseits geht es um organisatorische Fragen:
- Wie läuft der Taufgottesdienst ab?
- Wer sind die PatInnen?
- Welchen Taufspruch soll das Kind bekommen?
- Welche Lieder/Musik sollen gespielt werden?
- Ausfüllen der Anmeldung zur Taufe für das Pfarramt
- …
Andererseits geht es auch um den das Inhaltliche, etwa um den Sinn der Taufe. Beispielsweise können folgende Fragen zur Sprache kommen:
- Was ist Ihnen als Eltern bei der Taufe wichtig? Warum haben Sie sich für die (evangelische) Taufe entschieden?
- Warum haben Sie sich für den ausgewählten Taufspruch entschieden?
- Was wünschen Sie sich für Ihr Kind?
- …
Dabei ist wichtig: Das Taufgespräch ist kein Prüfungsgespräch, bei dem man „durchfallen“ kann! Es geht nicht darum, dem Pfarrer die „richtigen“ oder angemessenen Antworten zu geben. Stattdessen geht es darum, die Taufe persönlich zu gestalten.
Was ist, wenn ein Elternteil nicht evangelisch ist? Oder beide?
Bei Kindern unter 14 Jahren ist es in jedem Fall wichtig, dass beide Elternteile bzw. die Sorgeberechtigten mit der Taufe einverstanden sind. Ist keines der Elternteile / Sorgeberechtigten evangelisch, ist es wichtig, dass mindestens ein/e evangelische/r Pate/Patin das Patenamt übernimmt.
Wer darf Pate oder Patin werden?
Paten oder Patinnen haben die Aufgabe, stellvertretend für den Täufling den christlichen Glauben zu bekennen. Sie stehen dem Kind zur Seite, beten für es und unterstützen es dabei, im Glauben zu wachsen.
Für das Patenamt ist die Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche Voraussetzung – dies muss nicht zwingend eine evangelische Kirche sein. Fragen Sie im Zweifelsfall einfach bei Pfr. Wagner nach! PatInnen benötigen eine sogenannte Patenbescheinigung, also einen Nachweis, dass sie Mitglied ihrer Kirche sind. Diesen Nachweis erhalten Sie üblicherweise beim Pfarramt der Gemeinde, bei der die PatInnen Mitglied sind.
Ist ein Pate/eine Patin nicht (mehr) Mitglied einer Kirche, kann er oder sie Taufzeuge sein und im Gottesdienst einbezogen werden. Einen Eintrag in die Kirchenbücher, wie beim Patenamt, gibt es in diesem Fall aber nicht
Formal endet das Patenamt bei der Konfirmation des Kindes. In vielen Gemeinden ist es üblich, dass PatInnen in den Konfirmationsgottesdienst einbezogen werden, also z.B. die Hand beim Segen auflegen. Selbstverständlich können Patenbeziehungen aber auch über die Konfirmation hinaus noch eine Bedeutung haben!
Ist es möglich, dass sich z.B. PatInnen im Taufgottesdienst beteiligen?
Ja, das ist auf jeden Fall möglich! Ob Musikbeiträge, selbstgeschriebene Fürbitten, die Le-sung eines biblischen Textes, ein gesprochener Segen mit Handauflegung – vieles ist denkbar! Fragen Sie gerne nach!
Beachten Sie bitte bei Fürbitten, diese auch als Gebet zu formulieren. Beispiel: „Gott, schenke [Name des Kindes] den Mut, in seinem/ihren Leben eigene Wege zu gehen“ statt: „Wir wünschen dir den Mut, in deinem Leben eigene Wege zu gehen.“
Eine besondere Form der Beteiligung ist es, bei der Taufhandlung selbst mitzuwirken: Das Kind über den Taufstein halten, das Wasser zu gießen, die Taufformel zu sprechen – jede/r ChristIn darf taufen!
Bei all dem gilt: Vieles geht, weniges muss!
Wie sieht es mit der Musik im Gottesdienst aus?
Üblicherweise kümmern wir als Kirchengemeinde uns um eine Organistin oder einen Organisten. Die Lieder werden normalerweise aus dem Evangelischen Gesangbuch oder dem Gesangbuch „Kommt atmet auf“ ausgewählt. Dann ist auch kein Liedblatt nötig.
Nach Absprache kann unsere Organistin / unser Organist auch andere Lieder spielen – bitte kommen Sie hierfür frühzeitig (etwa zwei Wochen vorher) auf mich zu, damit geklärt werden kann, ob das klappt.
Ebenfalls möglich ist es auch, Musik vom Band abzuspielen oder Verwandte/Freunde musizieren zu lassen. Auch hier ist es wichtig, die Lieder im Vorfeld abzusprechen. Wenn das eine oder andere ausgewählte Lieder keinen explizit christlichen Hintergrund haben, ist das in der Regel kein Problem.
Wie wählen wir einen Taufspruch aus?
Sie können den Taufspruch entweder vor dem Taufgespräch oder im Taufgespräch selbst auswählen.
Der Taufspruch kann das Kind ein Leben lang begleiten. Er drückt meist aus, was Sie sich als Eltern für Ihr Kind wünschen: Schutz, Halt, Begleitung, den Weg zum Glauben zu finden…
Manche Taufsprüche sind sehr beliebt und verbreitet (so wird etwa Ps 91,11 sehr oft gewählt). Andere Taufsprüche sind sehr individuell und einzigartig. Denken Sie bei der Auswahl auch daran: In welchen Situationen könnte mein Kind diesen Spruch lesen und daraus Kraft, Trost oder Unterstützung gewinnen?
Es gibt keine feste Liste von Taufsprüchen. Prinzipiell ist jeder geeignete Spruch aus der Bibel möglich. Beachten Sie bei Ihrer Wahl, dass es unterschiedliche Bibelübersetzungen gibt, in denen ein und derselbe Bibelvers unterschiedlich klingt. In der evangelisch-lutherischen Kirche ist die Lutherübersetzung die üblichste. Wählen Sie aber gerne eine Übersetzung aus, die Ihnen gefällt! Im Zweifelsfall berät Sie Pfr. Wagner gerne.
Die naheliegendste Möglichkeit zum Finden eines Taufspruchs haben Sie vermutlich längst ausprobiert: Im Internet suchen! Sie finden auf diversen Seiten verschiedene Sammlungen von Taufsprüchen. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern hat hier für ein besonderes Angebot: Den Taufspruchfinder! Mit einer Reihe von Fragen finden Sie zu Vorschlägen, die zu Ihren Wünschen passen. Probieren Sie es aus: www.taufspruch.de. Daneben bietet z.B. das Evangelische Gesangbuch eine Auswahl von Sprüchen (Nr. 812).
Wir würden die Kirche gerne nach unseren Wünschen schmücken – ist das möglich?
Ja, das ist möglich! Blumen stehen üblicherweise für den Gottesdienst auf dem Altar. Es ist z.B. möglich, einen Kranz über den Taufstein zu legen. Rohlinge in passender Größe stellen wir Ihnen bzw. FloristInnen gerne kostenfrei zur Verfügung!
Entstehen für die Taufe Kosten?
Bei einer Taufe im Hauptgottesdienst fallen keine Gebühren an. Bei einer Taufe an einem Extratermin fallen Gebühren in Höhe von 80€ an.
…und sonst?
Selbstverständlich können hier nicht alle Fragen beantwortet werden. Scheuen Sie sich daher nicht, bei Unklarheiten im Vorfeld zum Taufgespräch nochmal Pfarrer Wagner tele-fonisch, per Mail oder per Messenger (Signal oder WhatsApp) zu kontaktieren.
Tel.: 0176/68436713
E-Mail: severin.wagner@elkb.de